9. LSD

Was ist LSD?
Wie wirkt LSD?
Was sind die Risiken von LSD?
Was sind die Langzeitfolgen von LSD?
Gibt es Wechselwirkungen von LSD mit anderen Suchtmitteln?


Was ist LSD?
LSD (LysergSäureDiäthylamid) wurde 1943 von Albert Hofmann entdeckt. Es gehört zu den halluzinogen wirkenden Drogen. Es wird meist halbsynthetisch aus dem Mutterkorn gewonnen, einem Pilz, der auf Getreide wächst.

LSD ist eine farb-, geruchs- und geschmacklose Lösung, die auf verschiedene Trägerstoffe, z.B. auf Löschpapier (Pappen, Tickets) aufgetragen wird oder als Mikrotablette (Micros) erhältlich ist. LSD ist ein sehr flüchtiger Stoff, d.h. bei Luft-, Licht- und Feuchtigkeitszufuhr verlieren die Tickets innerhalb weniger Wochen völlig an Wirkung.

Die Aufnahme von LSD erfolgt über die Schleimhäute.


Wie wirkt LSD?
Das Schlucken von LSD führt nach 20 bis 60 Minuten zu körperlichen Symptomen wie beschleunigtem Herzschlag, Blutdruckabfall und Hitzewallungen. Auch Schwindelgefühle und Bewegungsstörungen sind möglich. Die ersten psychischen Wirkungen treten erst eine bis drei Stunden nach der Einnahme auf und können fünf bis zwölf Stunden dauern. Innere Unruhe, Töne, Farben, Gefühle werden verändert wahrgenommen, Gegenstände hinterlassen Spuren, es wird auch von „Wahrnehmungsverschiebungen“ berichtet.

Je nach Dosierung kommt es zu unterschiedlich starken Halluzinationen. Weiterhin sind Empfindungen wie euphorische Grundstimmung, verändertes Zeitempfinden, „man steht neben sich“, „man sieht, was man tut, kann aber nicht wirklich eingreifen“, möglich.

LSD wirkt bei vielen Konsumenten bewusstseinserweiternd. Das Selbstwertgefühl wird gesteigert. Halluzinogene haben eine ‚die Seele offenbarende‘ Wirkung – können verdrängte (auch negative) Erlebnisse wieder bewusst machen, was zu sogenannten „Horrortrips“ führen und Psychosen auslösen kann.

Nach ca. 6-12 h klingt die Wirkung ab, was von innerer Unruhe begleitet sein kann.

Der Rauschzustand ist sehr stark abhängig vom persönlichen inneren Zustand und vom Umfeld!


Was sind die Risiken von LSD?
Der Konsum von LSD hat zahlreiche körperliche und psychische Risiken. Akut kann es zu Blutdruckanstieg, Schwindel, Kälte- und Hitzewallungen kommen, das Herz schlägt schneller. Es können Wahnzustände auftreten. Es besteht die Möglichkeit von Unfällen durch Fehlreaktionen auf nicht als solche erkannte Sinnestäuschungen und Halluzinationen. Es kann zu selbstzerstörerischen Handlungen aufgrund von Selbstüberschätzungen kommen, z.B. weil man glaubt durch ein Auto hindurchgehen zu können oder fliegen zu können.

Es kann zu starken Verwirrungszuständen oder den sog. „Horrortrips“ kommen. Es besteht die Gefahr, sich selbst zu verletzen. Bereits unterschwellig vorhandene psychische Störungen können ausbrechen.

Nach Abklingen der Wirkung können noch einige Tage Nachwirkungen, wie zum Beispiel Übelkeit, Müdigkeit, Depressionen und ein Erschöpfungsgefühl festgestellt werden.

Wiederkehrende Rauscherscheinungen ohne Drogeneinnahme können auftreten (Nachhall- oder Echo-Effekt, Flashback).


Was sind die Langzeitfolgen von LSD?
Die Auslösung von Psychosen ist möglich.

Auch bei einmaliger Anwendung kann die Leistungsfähigkeit des Konsumenten längerfristig gestört werden. Es besteht die Gefahr sich von der realen Welt zu lösen.

Bei Überdosierung können Gefäßkrämpfe, Herzstillstand und Atemlähmung auftreten.

Es gibt eine Toleranzausbildung so dass die Dosis erhöht werden muss oder eine Konsumpause eingelegt werden muss, um die gleiche Wirkung zu erzielen.

Sogen. „Flashbacks“, bei denen völlig unerwartete Rauschzustände auch Wochen nach der letzten Einnahme auftreten, wurden beobachtet. Es kann zu länger anhaltenden mentalen Störungen, wie z.B. Wahrnehmungsveränderungen oder Halluzinationen, kommen, die bis zu 3 Wochen nach dem Konsum andauern.


Gibt es Wechselwirkungen von LSD mit anderen Suchtmitteln?
Ja. Die Einnahme von LSD zusammen mit anderen Suchmitteln verstärkt wechselseitig die Risiken. Jeder Mischkonsum von LSD mit anderen Drogen birgt einerseits die Risiken der einzelnen Substanz, andererseits aber auch das zusätzliche Risiko der Kombination der jeweiligen Substanzen.