6. Halluzinogene

Welche Substanzen gehören zu den Halluzinogenen?
Wie wirken Halluzinogene?
Was sind die Gefahren und Risiken des Konsums von Halluzinogenen?


Welche Substanzen gehören zu den Halluzinogenen?
Zu den Halluzinogenen gehören verschiedene Substanzen, von denen hier eine Auswahl genannt werden soll:

  • Psilocybin (Zauberpilze, „Magic Mushrooms“, „Psilos“): Die Pilzgattung Psilocybe zählt mit über 80 Arten zur Familie der Pilze. Die Wirkstoffe Psilocybin und Psilocin sind chemisch mit dem LSD verwandt und entfalten eine ähnliche Wirkung.
  • Zu den bekanntesten halluzinogenen Pilzen zählt der Fliegenpilz. Der Konsum führt nach einer bis drei Stunden zu halluzinogenen Wirkungen.
  • Nachtschattengewächse: Einige Pflanzen aus der Familie der Nachtschattengewächse (z.B. Engelstrompete, Tollkirsche, Alraune, Bilsenkraut, Stechapfel) enthalten sehr giftige psychoaktive Alkaloide wie Atropin und Scopolamin. Die Wirkung tritt nach 30 bis 45 Minuten ein und kann je nach Dosis fünf Stunden bis zehn Tage dauern.
  • Meskalin: Vor allem in Mittelamerika findet sich eine Reihe von Kaktusgewächsen mit halluzinogenen Wirkstoffen. Am besten bekannt ist der Peyote-Kaktus, auch „mexikanischer Zauberkaktus“ genannt. Sein wichtigster Wirkstoff ist Meskalin. Ähnliche Wirkungen und Risken wie beim LSD können bereits 15 bis 30 Minuten nach der Einnahme auftreten, die halluzinatorischen Rauscheffekte stellen sich nach ein bis zwei Stunden ein. Die Wirkung dauert meist acht bis zwölf Stunden.
  • 2C-B und 2C-I: Dies sind Abkürzungen für zwei Substanzen, die künstlich aus Meskalin hergestellt und meist in Pillenform geschluckt oder als Pulver geschnupft werden. Die Wirkung setzt fünf bis zehn Minuten nach dem Schnupfen bzw. 30 bis 60 Minuten nach dem Schlucken ein, erreicht ihren Höhepunkt nach einer bis anderthalb Stunden und dauert vier bis acht (2C-B) oder sechs bis zehn (2C-I) Stunden.
  • DOM und DOB: zwei chemisch aus Amphetamin abgeleitete Stoffe, die mit Meskalin verwandt sind. Sie werden meist als „Filze“ (kleine, in der psychoaktiven Substanz getränkte Fliesspapierstücke) oder in flüssiger Form geschluckt. Die Wirkung von DOM dauert 14 bis 20 Stunden, jene von DOB sogar bis zu 30 Stunden. Erst nach ungefähr einer Stunde setzen erste Effekte ein, der volle Rausch entfaltet sich nach drei Stunden.
  • Ketamin („K“): Ketamin ist ein Narkosemittel, das chemisch mit der Droge PCP („Angel Dust“) verwandt ist. Ketamin hat betäubende, halluzinogene, stimulierende und zugleich lähmende Wirkung. Je nach Konsumform tritt die Wirkung nach zwei bis 20 Minuten ein und dauert eine halbe bis drei Stunden.


Wie wirken Halluzinogene?
Die Wirkung von Halluzinogenen kann je nach Dosis, Konsumform, Merkmalen der konsumierenden Person und Konsumsituation sehr unterschiedlich sein. Viele Konsumierende sehen Bilder (Halluzinationen) oder hören Stimmen. Das Raum-Zeit-Empfinden und das Gefühlsleben können sich verändern. Gesprächigkeit und Offenheit kann zunehmen.

Möglich sind Trance-Erlebnisse und religiöse oder mystische Erfahrungen, Ekstasen und Zustände meditativer Konzentration. Manche Substanzen können sexuell stimulierend wirken. Neben „positiver Ich-Auflösung“ (ein angenehm erlebter Verlust der Selbst- und Realitätskontrolle) können halluzinogene Drogen auch eine „negative Ich-Auflösung“ (Horrortrip) zur Folge haben.


Was sind die Gefahren und Risiken des Konsums von Halluzinogenen?
Es besteht die Gefahr, dass – auch bei einmaligem Konsum – bisher verborgene vorhandene Psychosen ausgelöst werden können.

Mögliche körperliche Risiken sind unter anderem: erst Beschleunigung, später dann Verlangsamung des Pulses, Herzrasen, Blutdruckabfall, Schwächegefühl, Atemnot, Schwankungen der Körpertemperatur, vermehrtes Schwitzen, Bewegungs- und Gleichgewichtsstörungen, Übelkeit, Erbrechen und Magenkrämpfe (bei Pilzvergiftungen), Krampfanfälle, Starrheit der Pupillen, Hautreizungen.

Eine Überdosis ist lebensbedrohlich. Zu den möglichen Todesursachen gehören Überhitzung, Nieren-, Leber- und Herz-Kreislaufversagen.

Psychische Risiken: Verwirrtheit, Einschränkung der Merkfähigkeit, der Konzentration, der Aufmerksamkeit; Sprunghaftes Denken, Sprach- und Sehstörungen, Verlust der Selbst- und Realitätskontrolle. Es können dauerhafte Flashbacks (Rauschzustände, die völlig unerwartet auch Wochen nach der letzten Einnahme auftreten) und chronische Sehstörungen auftreten.

Die Dosierung von Halluzinogenen ist sehr schwierig und individuell unterschiedlich. Es wird von Überdosierungen mit gefährlichen und lebensbedrohlichen Folgen aufgrund der langsamen Wirkung berichtet: Es wurde nachdosiert, da nach einer gewissen Zeit keine Wirkung verspürt wurde, die dann doch noch und zusammen mit der Wirkung der nachdosierten Substanz eintrat. Generell kann die Wirkstoffmenge sowohl in pflanzlichen als auch synthetischen Halluzinogenen sehr unterschiedlich sein und nicht vorab eingeschätzt werden.

Es gibt neben den genannten Risiken noch weitere Gefahren bei der Einnahme von Halluzinogenen.

Bei regelmäßigem Konsum vermindert sich die Wirkung des eingenommenen Halluzinogens, es kommt zu einer Toleranzbildung. Auch kann es zu einer Kreuztoleranz kommen, d. h. der Körper gewöhnt sich nicht nur an das eingenommene Halluzinogen, sondern auch an andere, so dass sich deren Wirkung ebenfalls vermindert.