4. Amphetamine

Was sind Amphetamine?
Welche Wirkungen haben Amphetamine?
Welche Risiken haben Amphetamine?


Was sind Amphetamine?
Bei Amphetaminen handelt es sich um synthetisch hergestellte Substanzen. Die illegale Herstellung aus verschiedenen Grundstoffen erfolgt in privaten Labors. Amphetamine bzw. Methamphetamine gibt es als Tabletten, Pulver oder in kristalliner Form. Sie können geschluckt oder geraucht, geschnupft sowie durch intravenöse Injektion zugeführt werden.


Welche Wirkungen haben Amphetamine?
Niedrige Dosen von Amphetamin führen zu Euphorie, Rededrang und gesteigertem Selbstvertrauen. Es stellt sich ein Gefühl entspannter Aufmerksamkeit und der Stärke ein. Die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit werden erhöht, während gleichzeitig Müdigkeit und Schlafbedürfnis wie auch Appetit und Hungergefühl unterdrückt werden. Zu den körperlichen Wirkungen gehören eine Erweiterung der Bronchien sowie ein Anstieg von Pulsfrequenz, Blutdruck und Körpertemperatur. Mittlere bis hohe Dosen führen dagegen zu ausgeprägten Erregungszuständen, begleitet von beschleunigter Atemfrequenz, Zittern, Unruhe und Schlafstörungen. Die Berührungsempfindung wird stärker, während das Schmerzempfinden sowie Hunger- und Durstgefühle abnehmen.

Die Wirkungsdauer von Amphetaminen variiert stark, je nach Art und Zusammensetzung. Sie beträgt zwischen 5 und 12 Stunden.


Welche Risiken haben Amphetamine?
Das größte Risiko bei Amphetamingebrauch ist die Entwicklung einer psychischen Abhängigkeit. Die Suchtklassifizierung der Weltgesundheitsbehörde (WHO) beschreibt den Typus der Amphetamin-Abhängigkeit. Diese ist durch eine besonders starke psychische Abhängigkeit gekennzeichnet. Eine Gewöhnung an Amphetamine setzt relativ schnell ein (nach ein bis vier Wochen des Konsums). Dabei entsteht eine Toleranz hinsichtlich der Drogenwirkung, die eine Dosissteigerung notwendig macht.

Beim Absetzen der Amphetamine kommt es zu Entzugserscheinungen, die sich in Form von Mundtrockenheit, Schlaflosigkeit, Unruhe, aber auch in Form von Stimmungsschwankungen, Angststörungen, Depressivität und paranoid-psychotischer Reaktionen äußern können. Neben dem Abhängigkeitsrisiko führt der Konsum zu einer erhöhten Risikobereitschaft mit entsprechenden Folgeproblemen (Unfällen, Gewaltakten).

Eine Daueranwendung von Amphetaminen kann zu paradoxen Wirkungen führen. Häufig sind nach Langzeitgebrauch Konzentrationsstörungen, Hektik, Realitätsverlust, aber auch Persönlichkeitsveränderungen, Deliriumzustände und Halluzinationen festgestellt worden. Bei häufigem Gebrauch kann es bei Frauen zu Menstruationsstörungen kommen.

Amphetamine werden häufig in Verbindung mit anderen psychoaktiven Substanzen gebraucht. Der Konsum von Stimulanzien und dämpfenden Wirkstoffen (Barbiturate, Tranquilizer, Cannabis, Alkohol) soll die anregenden Effekte der Amphetamine zurücknehmen. Umgekehrt ist in der Drogenszene auch der Gebrauch von Amphetaminen (Speed) zur Antriebssteigerung nach dem Konsum von Opiaten und Cannabis bekannt. Wechselwirkungen können beim Mischkonsum mit nahezu sämtlichen Drogen auftreten. Besonders problematisch ist der Mix mit Alkohol, da die Alkoholwirkung weniger stark wahrgenommen wird.