3. Cannabis

Was ist Cannabis?
Wie wirkt Cannabis?
Welche Risiken beinhaltet der Cannabiskonsum?
Wie lange ist Cannabis nachweisbar?


Was ist Cannabis?
Cannabis ist der wissenschaftliche Name der Pflanzengattung Hanf. Hanf enthält psychoaktive Substanzen, diese Rausch erzeugenden Wirkstoffe werden Cannabinoide genannt. Das bedeutendste ist Tetrahydrocannabinol, kurz THC genannt. Folgende Cannabisprodukte können unterschieden werden:

Haschisch (Dope, Shit) ist das zu Platten oder Klumpen gepresste Harz der weiblichen Hanfpflanze. Es hat einen THC-Gehalt von ca. 5 bis 12%.
Marihuana (Gras) sind getrocknete Blüten- und Pflanzenteile der weiblichen Hanfpflanze. Der THC-Gehalt ist geringer als bei Haschisch und liegt bei ca. 1 bis 7%.
Haschischöl ist ein Öl das von Haschisch oder Marihuana gewonnen wird und einen sehr hohen THC-Gehalt hat (ca. 12 bis 60%). Bedingt durch die sehr aufwendige Herstellung ist das Öl nicht sehr verbreitet.

Cannabisprodukte können mit einer Wasserpfeife oder Cannabispfeife pur oder als Joint mit Tabak gemischt geraucht werden. Sie können aber auch in heißen Getränken aufgelöst oder als Kuchen oder Kekse in Nahrungsmitteln verarbeitet werden. Die Wirkung ist beim Konsum über Getränke und Nahrungsmittel um ein Vielfaches verstärkt. Das Risiko einer Überdosierung ist wesentlich höher, weil die Dosierung oft unklar ist und die Wirkung in der Regel sehr viel langsamer eintritt.

Der THC-Gehalt von Cannabisprodukten kann erheblich variieren, da durch besondere Anbaubedingungen und Kreuzungen relativ starke Cannabisprodukte erzeugt werden können. Vermehrt werden Cannabinoide auch künstlich hergestellt, von denen einige deutlich stärker als natürliches THC sind.


Wie wirkt Cannabis?
Denken Die normalen Denkmuster treten in den Hintergrund. Neuartige Ideen und Einsichten, verbunden mit starken Gedankensprüngen, prägen das Denken unter Cannabiseinfluss. Aus den Gedankensprüngen kann ein uferloses Durcheinander im Kopf entstehen. Konsumierende können keine klaren Gedanken fassen oder steigern sich in fixe Ideen bis hin zur Besessenheit.

Gedächtnis
Das Kurzzeitgedächtnis wird gestört, es können Dinge die vor 5 Minuten geschehen sind bereits in Vergessenheit geraten. Es kommt zu Erinnerungslücken und „Filmrissen“.

Wahrnehmung
Subjektiv wird die Wahrnehmung intensiviert, sonst Nebensächliches wird deutlicher wahrgenommen. Akustische, visuelle und taktile (den Tastsinn betreffende) Empfindungen verändern sich, die Zeit scheint langsamer zu verstreichen. Es kann zu Überempfindlichkeit bis hin zu Halluzinationen kommen.

Kommunikation
Das Gemeinschaftserleben unter Freunden wird intensiviert, oft verbunden mit Albernheit. Konsumierende fühlen sich auch oft in ihrem eigenen Film gefangen, erleben sich als ausgegrenzt und können sich nicht mehr mitteilen.

Fühlen
Häufig ist der Rausch von euphorischen Gefühlen gekennzeichnet, es können aber auch Angst und Panikgefühle entstehen. Psychotische Symptome wie Verwirrtheit und Verfolgungswahn sind möglich.

Körpererleben
Der Herzschlag wird beschleunigt, andererseits wird eine wohlige Entspannung erlebt. Ein Gefühl der Leichtigkeit kann sich einstellen. Es kann zu Herzrasen, Übelkeit und Schwindel bis hin zum Kreislaufkollaps kommen.


Welche Risiken beinhaltet der Cannabiskonsum?
Es kann bei anhaltendem Konsum zu einer psychischen Abhängigkeit kommen, dies bedeutet, dass ein innerer „Zwang“ besteht immer wieder zu konsumieren, und es trotz guter Vorsätze den Konsum einzuschränken oder ganz einzustellen immer wieder zum Konsum kommt. Vereinzelt kann es auch zu leichten körperlichen Entzugserscheinungen in Form von Zittern, Schweißausbrüchen oder Schlaflosigkeit kommen.

Dauerhafter und intensiver Cannabiskonsum kann zu Motivations- und Antriebslosigkeit führen, das allgemeine Leistungsvermögen,die Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit sowie die Leistungsfähigkeit des Kurzzeitgedächtnisses sind stark eingeschränkt.

Vor allem bei sehr jungen KonsumentInnen kann es zu hirnphysiologischen Folgeschäden mit Entwicklungsverzögerungen kommen. Außerdem kann es zu psychotischen Symptomen bis hin zu psychiatrischen Erkrankungen kommen.

Das Lungenkrebsrisiko beim Rauchen von Cannabis ist gegenüber dem Zigarettenrauchen höher, weil der Rauch in der Regel tiefer inhaliert wird und länger in der Lunge verbleibt. Allgemein ist das Risiko von Atemwegserkrankungen erhöht.


Wie lange ist Cannabis nachweisbar?
Anders als bei Alkohol dauert der Abbau von THC deutlich länger als die Wirkung anhält. Denn THC besitzt eine hohe Fettlöslichkeit und lagert sich dementsprechend leicht in fettstoffreichem Gewebe an. Im Urin sind Cannabis und seine Abbauprodukte durchschnittlich etwa 30 Tage nachweisbar, bei Dauerkonsumenten deutlich länger.